„Mehr Natur im Garten“ IV.

Naturparadiese im Rampenlicht

Auszeichnungen für Heidenrods Wettbewerb „Mehr Natur im Garten“

Am Samstag, den 4. Juli war es so weit: Eine hochkarätig besetzte Delegation machte sich auf den Weg, um die Preisträger*innen des Heidenroder Wettbewerbs „Mehr Natur im Garten“ zu besuchen. Bürgermeister Volker Diefenbach für die Gemeinde, Prof. Klaus Werk von der Kulturvereinigung Heidenrod, Frau Giebel vom BUND-Ortsverband Heidenrod sowie Frau Modes vom Heimatverein Heidenrod nahmen die persönlichen Besuche vor, um den Gewinnern herzlich zu gratulieren und die wohlverdienten Präsente zu überreichen.
Der Bewertung lag ein ausführlicher Kriterienkatalog zugrunde. Die fachkundige Jury, alle beruflich mit Naturschutz und Garten befasst, hatte im Vorfeld die Qual der Wahl, denn alle 13 eingereichten Gärten zeigten eindrucksvoll, wie sich Gartennutzung, Ästhetik und aktiver Naturschutz miteinander verbinden lassen. Die Bandbreite reichte von jungen, innovativen Konzepten bis hin zu jahrzehntelang gewachsenen
Lebenswerken.

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:

Der Hauptpreis ging in diesem Jahr an ein wahres Meisterwerk der Naturnähe. Die Jury würdigte das große, parkartige Grundstück von Norbert Thurn in Dickschied als echtes „Lebenswerk“ und Ausdruck eines jahrzehntelangen, seiner Zeit voraus gewesenen Engagements für den Naturschutz. Der Besuch bei Familie Thurn bot zudem einen besonders feierlichen Rahmen: Die Gastgeber luden die Delegation zu einem Sektempfang in ihren wunderschönen Garten ein, bei dem Käse und feine kleine Wurstspezialitäten gereicht wurden und man sich in idyllischer Atmosphäre austauschen konnte.

  • Vielfältige Habitate: Auf dem Gelände befinden sich ein Ringelnatterhabitat, Schwalbennester, Fledermaussteine, ein Insektennisthotel und ein Sandarium. Geländestufen wurden geschickt mit Natursteinmauern abgefangen.
  • Wasser und Flora: Ein großer Teich im Format eines kleinen Sees, gesäumt von Kopfweiden und standortgerechten Stauden, prägt das Bild. Mehrdimensionale Gehölz- und Baumstrukturen bieten Vögeln Schutz.
  • Nachhaltigkeit & Raritäten: Neben einem großen Nutzgarten mit einer beeindruckenden Sortenvielfalt (u. a. bei Tomaten) und intensiver
    Kompostwirtschaft sticht das angepasste Mahdregime hervor, das ein ökologisch herausragendes Vorkommen der seltenen Schachbrettblume in hoher Zahl fördert.

Dass auch in einem Neubaugebiet in kürzester Zeit eine Oase für die Tierwelt und die Menschen entstehen kann, bewies, ebenfalls in Laufenselden, Stefanie Herr, die 2. Platzierte. Auch hier wurde die Delegation sehr freundlich empfangen. Beeindruckend, wie schnell nach dem Haus-Neubau die Natur in den neuen wunderschönen Garten einziehen durfte!

  • Lehrbuchhafte Gestaltung: Ihr junger Garten überzeugt durch eine lehrbuchmäßige Kombination aus Nutz- und Naturgarten.
  • Ressourcenschonung: Das stufige Hanggrundstück wurde mittels Trockenmauern abgefangen und es kam konsequent recyceltes Material zum Einsatz.
  • Wohlfühloase: Ein gut integrierter Teich, ein Senkgarten und ein kürzlich fertiggestellter Nutzgarten dienen als wichtiger Lebensraum in
    diesem attraktiven Wohlfühlgarten.

Ein Vorzeigeobjekt in Sachen Nachhaltigkeit präsentierte Petra Mergner aus Laufenselden. Sie erhielt in Anerkennung ihrer Leistung den 3. Platz im Wettbewerb. Folgende Punkte wurden besonders gewürdigt:

  • Kreislaufwirtschaft im Fokus: Ihr Garten besticht durch ein durchdachtes Kreislaufsystem aus Hühnerhaltung, Bienen, Obstbäumen, Hochbeeten und eigenem Kompost.
  • Klimaanpassung: Eine Tröpfchenbewässerung sorgt für den effizienten Umgang mit der Ressource Wasser.
  • Artenschutz: Mit Vogelnistkästen, Steinhaufen, Altholzinseln und einem insektenschonenden Mahdregime wurden vielfältige Habitate geschaffen.

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